26.11.2012
Prüfungen

Vor Beendigung des zweiten Ausbildungsjahres wird eine sogenannte „Zwischenprüfung“ durchgeführt.

Sie dient der Feststellung des Lernstandes und soll nicht nur der Auszubildenden oder dem Auszubildenden, sondern auch der Ausbilderin oder dem Ausbilder den Stand der Kenntnisse und Fertigkeiten deutlich machen und zeigen, welche Fertigkeiten und Kenntnisse vor der Abschlussprüfung noch erworben werden müssen.

Auch bei verkürzten Ausbildungsverträgen ist eine Zwischenprüfung vorgeschrieben.

Umschüler können an einer Zwischenprüfung teilnehmen. Die Teilnahme wird aus den oben genannten Gründen grundsätzlich empfohlen.

In der Zwischenprüfung werden die Kenntnisse und Fertigkeiten überprüft, die

                  1. nach der Ausbildungsverordnung von den Prüfungskommissionen
                      aufgrund der Anforderungen festgelegt sind

                 2. laut Rahmenlehrplan und seinen schulspezifischen Modifikationen
                     vermittelt worden sind

Sie besteht aus einem theoretischen (in höchstens 180 Minuten sind schriftlich Fragen zu praxisbezogenen Fällen zu beantworten) und einem praktischen Teil (in höchstens sieben Stunden sind drei Prüfungsstücke zu fertigen).

In Südhessen ist die Zahntechniker-Innung Rhein-Main für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen zuständig. Die Prüfungsausschüsse sind paritätisch aus je einer Arbeitnehmerin oder einem Arbeitnehmer, einer Arbeitgeberin oder einem Arbeitgeber und einer Lehrerin oder einem Lehrer einer berufsbildenden Schule zusammengesetzt.

Der Nachweis der Teilnahme an der Zwischenprüfung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung.

Zum Abschluss der Ausbildung legt der/die Auszubildende seine/ihre Gesellenprüfung ab.

Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist durch die Lehrlinge (Auszubildenden) schriftlich nach den von der Handwerkskammer bestimmten Fristen und Formularen zu stellen. Die Lehrlinge (Auszubildenden) haben den Ausbildenden über die Antragsstellung zu unterrichten. (Gesellenprüfungsordnung (GPO) §12 Abs.1)

Die dafür erforderlichen Unterlagen werden den Auszubildenden durch die Berufsschule und dem Ausbilder durch die Innung rechtzeitig zugestellt.

Mit der Anmeldung müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:

       •     Ausbildungsbestätigung
       •     das letzte Berufsschulzeugnis in Kopie
       •     Bescheinigung über die Teilnahme an der Zwischenprüfung
       •     Berichtsheft
       •     Teilnahmebescheinigungen der überbetrieblichen
              Lehrlingsunterweisungen (ÜLu)

Die Prüfungstermine werden von der Prüfungskommission festgelegt. Sie werden der Auszubildenden oder dem Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb rechtzeitig mitgeteilt, sodass die erforderlichen Termine eingehalten werden können.

Eine nachträgliche Verlegung insbesondere der Termine für die praktische Prüfung kann ausschließlich bei nachgewiesener Krankheit der Auszubildenden oder des Auszubildenden oder bei höherer Gewalt erfolgen.

Die Aufgabenstellung im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften sowie die Bewertung der Prüfungsleistungen erfolgt bei allen Prüfungsteilen von Prüfungskommissionen, die paritätisch aus je einer Arbeitnehmerin oder einem Arbeitnehmer, einer Arbeitgeberin oder einem Arbeitgeber und einer Lehrerin oder einem Lehrer einer berufsbildenden Schule zusammengesetzt sind. Die Mitglieder werden für eine einheitliche Periode, längstens für fünf Jahre berufen oder gewählt.

Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt 27 Stunden drei Prüfungsstücke anfertigen und in insgesamt 5 Stunden eine Arbeitsprobe durchführen. Dem Prüfling ist vor der Prüfung Gelegenheit zu geben, die technischen Einrichtungen des Prüfungslabors kennen zu lernen.

Für das Ergebnis sollen die Prüfungsstücke mit 75 von Hundert und die Arbeitsprobe mit 25 von Hundert gewichtet werden.

Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den Prüfungsbereichen Technologie, Fertigungsplanung und –kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Es werden Aufgaben gestellt, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen.

Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der schriftliche Teil der Prüfung hat gegenüber der mündlichen Prüfung das doppelte Gewicht.

Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung ist der Prüfungsbereich Technologie mit 50 von Hundert, der Prüfungsbereich Fertigungsplanung und –kontrolle mit 30 von Hundert und der Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde mit 20 von Hundert zu gewichten.

Das Prüfungsergebnis wird mitgeteilt, sobald der letzte Prüfungsteil abgelegt und das Prüfungsergebnis durch die Prüfungskommission festgestellt ist. Ein Termin für die Bekanntgabe wird mitgeteilt.

Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung im Prüfungsbereich Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.

Eine nicht bestandene Gesellenprüfung kann zweimal wiederholt werden (§ 31 Abs. 1 Satz 2 Handwerksordnung (HWO)). Es gelten die in der Wiederholungsprüfung erzielten Ergebnisse.

Hat der Prüfling bei nicht bestandener Prüfung in einer selbständigen Prüfungsleistung mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist diese auf Antrag des Prüflings nicht zu wiederholen, sofern der Prüfling sich innerhalb von zwei Jahren – gerechnet vom Tag der Feststellung des Ergebnisses der nicht bestandenen Prüfung an – zur Wiederholungsprüfung anmeldet. Die Bewertung einer selbständigen Prüfungsleistung ist im Rahmen der Wiederholungsprüfung zu übernehmen.

Die Prüfung kann frühestens zum nächsten Prüfungstermin wiederholt werden.

 

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