Profil

Das Zahntechniker-Handwerk ist wie die Handwerke der Augenoptiker, Hörgeräte-Akustiker, Orthopädie-Mechaniker und Orthopädieschuhmacher ein Gesundheitshandwerk. Es ist  in das Recht der gesetzlichen Krankenversicherung - Sozialgesetzbuch V - eingebunden.

Das Zahntechniker-Handwerk gehört zu den in der Handwerks-Ordnung (HandwO) der Anlage A genannten zulassungspflichtigen Handwerks-Berufen. Ein solches zulassungspflichtiges Gewerbe ist im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass grundsätzlich der Meisterzwang gilt, - Ziel ist der Schutz des Patienten (Verbrauchers).

Das Dentallabor erbringt die vereinbarten zahntechnischen Leistungen im Auftrag seines Kunden, des Zahnarztes.

Der Zahntechniker rechnet die erbrachten zahntechnischen Regel-Leistungen mit
dem Zahnarzt nach der mit den gesetzlichen Krankenkassen vereinbarten Preisliste ab. Außerdem erbringt er, -  im Falle einer gleichartigen oder andersartigen Versorgung, auch für gesetzlich Versicherte- Leistungen im Rahmen der privatzahnärztlichen Versorgung mit Zahnersatz. In diesem Bereich kommt die private (kalkulierte) Preisliste des Labors zur Anwendung.

Das Zahntechniker-Handwerk befindet sich,auch durch die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsabläufen, seit Jahren in einem erheblichen Strukturwandel, auf den sich Innung und Betriebe immer wieder neu einstellen.




Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf medizinisch notwendige Versorgung mit Zahnersatz einschließlich Zahnkronen und Suprakonstruktionen (zahnärztliche Behandlung und zahntechnische Leistungen). Der Leistungsumfang ist gesetzlich festgelegt.

Befundbezogene Festzuschüsse regeln die Leistungen der gesetzlichen Kankenkassen.

Die Zahntechniker vereinbaren auf Bundesebene durch ihren Bundesinnungsverband mit dem Spitzenverband Bund der gestzlichen Krankenkassen ein "Bundeseinheitliches Verzeichnis der abrechnungsfähigen zahntechnischen Leistungen" und zwar im Benehmen mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen und der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen vereinbaren jeweils zum 30. September eines Kalenderjahres die Veränderung der erstmalig für das Jahr 2005 ermittelten bundeseinheitlichen durchschnittlichen Preise. Diese Bundesmittelpreise sind für die Landesebene bindend und dürfen um bis zu 5%  unter oder überschritten werden.

Die Vergütungen werden auf der Landesebene zwischen den Landesverbänden der Krankenkassen und dem Landesinnungsverband der Zahntechniker vereinbart. Die vereinbarten Vergütungen sind Höchstpreise und dürfen nicht überschritten werden.
Das Bundeseinheitliche Verzeichnis der abrechnungsfähigen zahntechnischen Leistungen und deren Vergütungen sind auch für zahntechnische Leistungen aus dem zahnärztlichen Praxislaboratorium verbindlich. Die dort erbrachten Leistungen müssen allerdings die Preise für zahntechnische Leistungen um mindestens 5 % unterschreiten.

Eine der wesentlichsten Aufgaben der Innung ist es, mit der im Landesinnungsverband vereinten Zahntechniker-Innung Kassel die jährlichen Vergütungsverhandlungen zu führen, um die erforderlichen Kostensteigerungen auszugleichen.

Die Vertragsverhandlungen mit den Kassen bedürfen einer eingehenden betriebswirtschaftlichen Vorbereitung. Die Wahrnehmung von Rechtspositionen ist ohne betriebswirtschaftliche Begründung und Absicherung nicht durchsetzbar.

Die Vergütungsverhandlungen waren in der Vergangenheit mehrfach durch gesetzliche Absenkungsregelungen außer Kraft gesetzt.


Private Krankenversicherung (PKV)
Neben der gesetzlichen Krankenversicherung steht die private Krankenversicherung. Die Versorgung in der privaten Krankenversicherung unterscheidet sich grundsätzlich von der in der gesetzlichen Krankenversicherung. Letztere soll ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie soll eine an den jeweiligen Erkenntnissen der Zahnheilkunde orientierte Mindestversorgung garantieren.
Bei der Beurteilung der vom Privatpatienten oder seiner privaten Krankenkasse zu zahlenden angemessenen Vergütung kommt es dagegen auf die konkret verlangte Zahntechnikerleistung, deren Schwierigkeitsgrad und den hierfür erforderlichen Zeitaufwand an. Die Versorgung des privat versicherten Patienten kann also erheblich über die Versorgung des sozial versicherten Patienten hinausgehen. Die Vergütungen für die Behandlung des privat versicherten Patienten erforderlichen zahntechnischen Leistungen sind unter Beachtung des Grundsatzes der Angemessenheit betriebswirtschaftlich zu kalkulieren. Einige private Krankenversicherungen gehen dazu über, im Versicherungsvertrag mit dem einzelnen Versicherten eine Beschränkung der zu erstattenden Kosten vorzusehen, so dass es zu einem Selbstbehalt des Patienten kommen kann. Der Versicherte hat daher bei Abschluss des Versicherungsvertrages auf solche Einschränkungen zu achten und der Zahnarzt sollte vor Behandlungsbeginn auf eine Überprüfung des Versicherungsvertrages hinwirken.


Strukturveränderung
Im Zahntechniker-Handwerk ist in den letzten Jahren eine erhebliche Strukturveränderung eingetreten.  Laborketten und Verbünde haben sich im Markt etabliert. In diese sind durch Aufkauf zahlreiche und meist größere Laboratorien aufgenommen worden. Ebenso spielt der Import von in Billiglohnländern gefertigter Prothetik eine gewisse Rolle. Damit hat sich die Präsenz eigenständiger größerer Laboratorien am Markt verringert. Insofern geht der Trend zu kleineren Laboreinheiten. Diese haben allerdings Sorge dafür zu treffen, gegenüber Laborketten konkurrenzfähig zu bleiben. Diese Konkurrenzfähigkeit kann nur durch Qualität, moderne Fertigungsmethoden und individuelle Leistungserbringung erreicht werden, nicht jedoch durch Preisunterbietungen.
Ein wesentliches Anliegen der Zahntechniker-Innung ist es, die Interessen ihrer Innungsmitglieder zu bündeln und diese in ihrer Konkurrenzfähigkeit maßgeblich zu unterstützen.